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Führung in agilen Unternehmen: Mehr Orientierung, weniger Kontrolle

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Während man mit der klassischen Führungsrolle vor allem Planung, Kontrolle und Weisungsbefugnis verbindet, liegt der Schwerpunkt in agilen Organisationen auf strategischer Orientierung, Befähigung und Zusammenarbeit. Agile Führung schafft die Voraussetzungen dafür, dass Mitarbeitende Verantwortung übernehmen und nicht nur Anweisungen ausführen.

Eine agile Organisation, ein agiles Unternehmen zu führen ist etwas für echte Leader, für Profis, denen es gelingt, eine strategische Vision bereitzustellen, während sie im Tagesgeschäft ihre Mannschaft unbehelligt arbeiten lassen. Führungskräfte in agilen Unternehmen treffen nicht mehr jede Entscheidung selbst, sondern schaffen stattdessen Rahmenbedingungen, damit Teams eigenverantwortlich handeln können.

Im Idealfall tun sie das folgendermaßen:

  • Vision und Ziele vermitteln
  • Prioritäten setzen
  • Hindernisse beseitigen
  • Ressourcen bereitstellen
  • Zusammenarbeit fördern

Die Führungskraft wird vom Kontrolleur zum Enabler.

Coaching statt Anweisung

Agile Führungskräfte unterstützen ihre Mitarbeitenden dabei, sich weiterzuentwickeln. Was braucht die jeweilige Person, um erfolgreich zu sein? Welche Hindernisse kann ich dabei für sie beseitigen? Welche Kompetenzen fehlen noch?

Die Lösung für ein Problem muss nicht auf dem Silbertablett serviert werden, sondern die agile Führungskraft ist dafür zuständig, dem Team dabei zu helfen, Lösungen selbst zu finden. Man könnte das auch als „Führen durch Dienen“ oder „Führen durch Unterstützen“ nennen. Das Management schafft die Rahmenbedingungen für gute Arbeit und lässt die Finger vom Mikromanagement. Mitarbeitende können Verantwortung übernehmen, schnelle Entscheidungen treffen und sich kontinuierlich weiterentwickeln.

Dennoch geht es nicht um „einfach laufenlassen“, sondern darum, stets für Orientierung zu sorgen. Mitarbeitende sollten sich über die Antworten auf diese Fragen im Klaren sein:

  • Warum gibt es das Unternehmen?
  • Welche Ziele verfolgen wir?
  • Welche Prioritäten gelten?
  • Woran messen wir Erfolg?

Je klarer diese Orientierung ist, desto selbstständiger können Teams arbeiten.

An die Stelle von Kontrolle und Detailsteuerung treten Orientierung, Vertrauen, Coaching und die Kompetenz, Teams zu befähigen. So wird Führung vom Anweisen zum Ermöglichen und damit zu einem zentralen Erfolgsfaktor für Agilität.

Fehlerkultur und Transparenz sind zentral

Agile Teams benötigen Handlungsspielräume, weshalb es in der Führung vor allem darum geht, Verantwortung zu delegieren, Fehler als Chance zum Lernen zu verstehen und auf Transparenz zu setzen. Agilität lebt vom Konzept „Trial & Error“ und von der kontinuierlichen Verbesserung. Nur wer als Führungskraft von der Vorstellung von Perfektion abrückt, ermöglicht ein Umfeld des Lernens. Ohne Fehlversuche gibt es keinen (Lern-) Erfolg. Daher sind in agilen Unternehmen auch regelmäßiges Feedback und die Förderung des gegenseitigen Wissensaustauschs zentral.

Führung bleibt notwendig

Die Rolle der Führung verschwindet in agilen Unternehmen nicht – sie verändert sich. Was sicherlich möglich ist, ist die Verschlankung des Führungsapparats bzw. die Entfernung der einen oder anderen Führungsebene. Das kann erreicht werden durch das Prinzip der selbstorganisierten Teams im agilen Arbeitsablauf.

Hinzu kommt jedenfalls eine neue, ganz wichtige Führungsposition: der Product Owner. Dieser ist dafür verantwortlich, die kontinuierliche Weiterentwicklung von Produkten und Leistungen zu gewährleisten. Er gibt die Prioritäten für einzelne Teams vor, wartet ein Backlog umzusetzender Verbesserungen/Implementierungen und versieht diese mit Prioritäten.

Im agilen Sprachgebrauch werden die Product Owner auch als „Mini-CEO“ bezeichnet. Diesen den Rücken freizuhalten und strategische Orientierung zu bieten, ist der zentrale Job des eigentlichen agilen C-Levels.

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FAQs

1. Was versteht man unter agiler Führung?

Agile Führung beschreibt einen Führungsstil, bei dem Orientierung, Vertrauen und Eigenverantwortung im Mittelpunkt stehen. Führungskräfte schaffen die Rahmenbedingungen, damit Teams selbstständig Entscheidungen treffen und sich kontinuierlich weiterentwickeln können.

2. Worin unterscheidet sich agile Führung von klassischer Führung?

Während klassische Führung häufig auf Planung, Kontrolle und Weisungsbefugnis setzt, konzentriert sich agile Führung auf Coaching, Zusammenarbeit, Transparenz und die Befähigung von Mitarbeitenden.

3. Welche Aufgaben haben Führungskräfte in agilen Unternehmen?

Zu den wichtigsten Aufgaben gehören die Vermittlung einer klaren Vision, das Setzen von Prioritäten, die Beseitigung von Hindernissen, die Förderung der Zusammenarbeit sowie die Unterstützung selbstorganisierter Teams.

4. Welche Rolle spielt der Product Owner in einer agilen Organisation?

Der Product Owner verantwortet den wirtschaftlichen Erfolg eines Produkts. Er priorisiert das Product Backlog, definiert den fachlichen Nutzen und sorgt dafür, dass das Entwicklungsteam an den wertvollsten Anforderungen arbeitet.

5. Warum sind Vertrauen und Fehlerkultur für agile Unternehmen so wichtig?

Agile Organisationen leben von kontinuierlicher Verbesserung. Vertrauen ermöglicht eigenverantwortliches Arbeiten, während eine offene Fehlerkultur Innovation fördert und Lernen aus Erfahrungen unterstützt.