Wenn man Unternehmenswerte oder HR-Guidelines liest, stößt man häufig auf die Formulierung des „respektvollen Umgangs miteinander“. Das ist löblich und dagegen spricht eigentlich nichts. Was jedoch fast immer fehlt: Eine Maßgabe bzw. ein klares Vorgehen, wenn Mitarbeiter*innen den Respekt missen lassen und stattdessen Mobbing, Information Hiding, Narzissmus, Missgunst und Ausgrenzung an den Tag legen.
Der „respektvolle Umgang“ hat auch eine dunkle Seite. In beinahe jedem Unternehmen gibt es Menschen, die auf Methoden zurückgreifen, die mit Respekt wenig zu tun haben. Diese streuen Gerüchte, grenzen aus, erniedrigen und beleidigen. Das Verhalten, das sie ihrer Umwelt gegenüber zeigen, ist mal mehr und mal weniger subtil.
Zur allgemeinen Überraschung werden solche Menschen an ihrem Tun häufig nicht groß gehindert, oder müssen gar negative Konsequenzen befürchten. Das liegt am sogenannten „Fahrradprinzip“: nach unten treten und nach oben buckeln. Toxische Mitarbeiter*innen machen sich demnach zumeist recht nützlich für ihre Vorgesetzen. Dabei sind sie durchaus manipulativ und können sich selbst in gutem Licht darstellen. Ihren Kolleg*innen gegenüber verhalten sie sich jedoch weniger respektvoll.
Respektvolles Miteinander einfordern ist Führungsaufgabe
Es handelt sich um ein klassisches Führungsproblem: Die Führung wäre eigentlich in der Pflicht, solche Personen konsequent auf ihr Tun aufmerksam zu machen, zu verwarnen und im Wiederholungsfall aus dem Unternehmen zu entfernen. Dabei sollte egal sein, um wen es sich handelt, ob die Situation unangenehm ist, oder man eine vermeintlich wichtige zuarbeitende Arbeitskraft verliert.
Ahnungslosigkeit gilt hier nicht als Ausrede. Hinter vorgehaltener Hand werden die „Täter“ ohnehin meist klar benannt und sind in der Regel auch der Führung bekannt. Wer hier nicht konsequent agiert, riskiert seinen eigenen Erfolg und macht den Satz vom respektvollen Umgang zur hohlen Phrase, den niemand mehr ernst nimmt. Wer toxische Mitarbeiter*innen ohne Respekt vor anderen gewähren lässt, verliert dadurch andere gute Arbeitskräfte. Ein respektloses Miteinander oder gar Mobbing ebnen den Weg für eine Abwärtsspirale aus Frust, Vertrauensverlust und Fluktuation.
Wer „respektvollen Umgang“ tatsächlich konsequent verankern und realisieren möchte, muss auch wissen, wie er mit toxischem Verhalten umgeht. Da fehlt es leider vielen Unternehmen an Konsequenz und festgelegten internen Abläufen.
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Bild: gpointstudio on Magnific
FAQs
Toxische Mitarbeiter:innen zeigen wiederholt destruktives oder respektloses Verhalten, etwa durch Mobbing, Ausgrenzung, Gerüchte, Missgunst oder Manipulation.
Wenn toxisches Verhalten toleriert wird, kann dies Vertrauen und Zusammenarbeit beeinträchtigen und zu Frust, Konflikten und Fluktuation beitragen.
Führungskräfte sollten respektloses und destruktives Verhalten ansprechen, klare Grenzen setzen und bei wiederholten Verstößen konsequent reagieren.
Klare Verhaltensregeln, definierte interne Abläufe, konsequente Führung und nachvollziehbare Konsequenzen können dazu beitragen, respektvollen Umgang im Unternehmen zu verankern.
Respektvoller Umgang bedeutet nicht nur, entsprechende Werte und HR-Guidelines zu formulieren. Unternehmen müssen auch festlegen, wie mit respektlosem, destruktivem oder mobbendem Verhalten umgegangen wird.
