Warum Banken resilient sind und Bill Gates unrecht hat



30.6.2026

Wie oft wurde die traditionelle Bank in den vergangenen Jahrzehnten schon totgesagt? Dabei könnte man in Anlehnung an Mark Twain sagen, dass die Berichte über das Bankensterben reichlich übertrieben waren. Tatsächlich hat sich die altehrwürdige Branche, die häufig verstaubt und konservativ daherkommt, als erstaunlich resilient erwiesen.

Nur ein paar Beispiele für Argumente der vergangenen 30 Jahre, weshalb Banken von der Bildfläche verschwinden würden:

  • Aufstieg der Direktbanken und Online-Broker ab Mitte der 1990er-Jahre
  • breite Einführung des Online-Bankings ab Ende der 1990er-Jahre
  • Ab Mitte der 2000er-Jahre sollte Mobile Banking Banken zu reinen „App-Betreibern“ machen.
  • Kurz darauf folgten Bitcoin und Co. Kreditinstitute – so die Prognose – sollten durch die Blockchain ersetzt werden.
  • Rund um 2010 tauchten die ersten FinTechs auf.
  • Dann kamen PSD2 und Open Banking. Banken sollten ihre Kundenschnittstelle verlieren und zu reinen Infrastrukturbetreibern im Hintergrund werden.
  • Mit dem Argument, Big Techs (Google, Apple & Co.) würden das Banking übernehmen, wurde die „nächste Sau durchs Dorf getrieben“.
  • Aktuell wird diskutiert, dass der Digitale Euro den Banken Liquidität entzieht und ihnen den Zahlungsverkehr wegnimmt.

Man könnte diese Auflistung noch lange fortsetzen. Was sie alle verbindet: Nichts davon hat den Banken den Todesstoß versetzt. Im Gegenteil: Die Branche hat sich als bemerkenswert innovativ erwiesen und es verstanden, all diese Entwicklungen nicht zu ignorieren, sondern in das eigene Geschäftsmodell zu integrieren. Man heult mit den Wölfen, anstatt sie zu vertreiben.

Nahezu jede technologische Innovation wurde zunächst als Ersatz für Banken angekündigt. Tatsächlich entwickelte sie sich später meist zu einer Erweiterung des Bankgeschäfts.

Banken haben sich dadurch weniger als starre Institutionen erwiesen, sondern vielmehr als Plattformen, die neue Technologien aufnehmen und in bestehende Geschäftsmodelle integrieren. Genau diese Anpassungsfähigkeit erklärt einen großen Teil ihrer bemerkenswerten Resilienz.

Natürlich spielen dabei auch Vertrauen, etablierte Strukturen sowie die Regulierung mit ihren hohen Markteintrittsbarrieren eine entscheidende Rolle. Dennoch kommt man nicht umhin festzustellen, dass sich Banken über Jahrzehnte hinweg als außergewöhnlich agil und widerstandsfähig erwiesen haben.

Vielleicht hat man das zweitälteste Gewerbe der Menschheit einfach unterschätzt. Und damit dürfte das oft zitierte Bonmot von Bill Gates, „Banking is necessary, banks are not.“, deutlich widerlegt sein.

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FAQs
1. Warum verschwinden Banken trotz FinTechs nicht?

FinTechs haben viele innovative Dienstleistungen entwickelt, ersetzen Banken jedoch in der Regel nicht. Stattdessen arbeiten viele Banken mit FinTechs zusammen oder integrieren deren Technologien in ihr eigenes Angebot. Dadurch entstehen neue Geschäftsmodelle, anstatt bestehende vollständig zu verdrängen.

2. Hat Bill Gates mit seiner Aussage „Banking is necessary, banks are not.“ recht behalten?

Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte spricht dagegen. Obwohl Online Banking, Blockchain, Kryptowährungen und Big Tech den Wettbewerb verändert haben, sind Banken weiterhin zentrale Akteure des Finanzsystems und haben viele dieser Innovationen erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle integriert.

3. Warum gelten Banken als besonders resilient?

Banken verfügen über großes Kundenvertrauen, hohe regulatorische Eintrittsbarrieren, umfangreiche Infrastruktur und die Fähigkeit, technologische Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen. Diese Kombination macht sie besonders anpassungsfähig und widerstandsfähig.

4. Welche technologischen Entwicklungen galten als größte Bedrohung für Banken?

Zu den häufigsten Prognosen gehörten Online Banking, Mobile Banking, FinTechs, Blockchain, Bitcoin, Open Banking (PSD2), Big Techs wie Google und Apple sowie zuletzt der Digitale Euro. Keine dieser Entwicklungen hat Banken ersetzt – vielmehr haben sie deren Wandel beschleunigt.

5. Welche Rolle spielen Regulierung und Vertrauen für den Erfolg von Banken?

Vertrauen ist die wichtigste Währung im Bankgeschäft. Gleichzeitig schaffen regulatorische Anforderungen hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards, die den Markteintritt neuer Wettbewerber erschweren und die Stabilität des Finanzsystems fördern.

6. Wie werden sich Banken in Zukunft weiterentwickeln?

Banken werden sich zunehmend zu digitalen Finanzplattformen entwickeln, die klassische Bankdienstleistungen mit künstlicher Intelligenz, Open Banking, digitalen Identitäten und innovativen Partnern verbinden. Der Erfolg wird davon abhängen, wie gut sie neue Technologien in vertrauenswürdige und kundenorientierte Lösungen integrieren können.