15.5.2026
Eine Frage, die vermutlich so alt ist wie das Projektmanagement selbst. Reicht es aus, ausschließlich über Methodenkompetenz zu verfügen, während der fachliche Background ein „Buch mit sieben Siegeln“ bleibt?
Nein, das reicht nicht aus. Ein Projektmanager muss den inhaltlichen Kontext eines Projekts zumindest gut genug verstehen, um fundierte Entscheidungen begleiten, Risiken erkennen und sinnvoll kommunizieren zu können. Er muss dabei aber nicht zwingend der größte Fachexperte im Raum sein.
Was passiert, wenn der Projektleiter „nur Bahnhof versteht“? Es werden unrealistische Zeitpläne akzeptiert – sowohl zu lange, die von der Implementierung kommuniziert werden, als auch zu kurze, die vom Management gefordert werden. Darüber hinaus besteht die Gefahr, sich vollständig von Fachbereichen oder Lieferanten abhängig zu machen. Und wenn man nicht versteht, warum ein Thema kritisch ist, erkennt man viele Probleme erst sehr spät und setzt falsche Prioritäten.
Eine echte Steuerungsinstanz weiß, womit sie es zu tun hat. Andernfalls bleibt man Schriftführer und „Durchlauferhitzer“. Der Projektmanager wäre damit letztlich irrelevant.
Performantes Projektmanagement kombiniert daher zwingend beides: solides methodisches Handwerk und ausreichend fachliches Verständnis, um „mitdenken“ zu können.
Nur dadurch ist man in der Lage, die richtigen Fragen zu stellen. Und nur die richtigen Fragen führen zu den richtigen Antworten.
Ein guter Projektmanager ist deshalb nicht nur Prozessverwalter, sondern ein Übersetzer zwischen Management, Fachbereich, IT, Betrieb und externen Partnern. Dafür braucht es zwangsläufig ein gewisses fachliches Verständnis.
Noch eine Bemerkung aus persönlicher Erfahrung: Nach etwa 25 Jahren im Bankgeschäft verfüge ich über ein umfassendes Verständnis von Prozessen, IT-Strukturen sowie fachlichen und regulatorischen Anforderungen. Dadurch geht man mit einer ganz anderen Ruhe und Selbstsicherheit in Projekte hinein und ist vom ersten Tag an in der Lage, konstruktiv zu steuern.
Ohne diese Steuerungskompetenz bewegt man sich wie ein Fisch an Land. Die Folge sind unzählige Hoppalas, Missverständnisse und Eskalationen. Die Erreichung der Projektziele wird so zum Glücksspiel.
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FAQs
Nein. Ein Projektmanager muss nicht der größte Fachexperte im Team sein. Er sollte den fachlichen Kontext jedoch ausreichend verstehen, um Risiken zu erkennen, Entscheidungen einordnen und realistische Prioritäten setzen zu können.
Ohne fachliches Verständnis entstehen häufig Missverständnisse, unrealistische Zeitpläne und Fehlentscheidungen. Ein Projektmanager kann nur dann wirksam steuern, wenn er die Zusammenhänge eines Projekts nachvollziehen kann.
Nein. Methodenkompetenz ist wichtig, reicht aber alleine nicht aus. Erfolgreiches Projektmanagement kombiniert Projektmanagement-Methoden mit fachlichem Verständnis und praktischer Erfahrung.
Typische Risiken sind falsche Prioritäten, verspätet erkannte Probleme, starke Abhängigkeit von Fachbereichen oder Lieferanten sowie unnötige Eskalationen und Verzögerungen.
Ein guter Projektmanager fungiert als Übersetzer zwischen Management, IT, Fachbereichen, Betrieb und externen Partnern. Dafür benötigt er sowohl kommunikative Fähigkeiten als auch ein solides fachliches Grundverständnis.