Industrie ist nicht der Feind der Klimapolitik – sie ist ihr größter Hebel



12.2.2026 – Wir arbeiten gerade an einem ESG-Report für einen Industriekonzern. Nicht nur nüchterne Berichterstattung, sondern Darstellung der Story dahinter. Warum Nachhaltigkeit auch in der Industrie wichtig ist, wie lange der Weg dorthin ist und welche Schritte zu gehen sind. Dazu begleiten wir das Unternehmen schon mehrere Jahre.

Wenn ich darüber erzähle, wird häufig die Nase gerümpft: „Industrie und Nachhaltigkeit? Geht es hier nicht eher um Greenwashing?“ Ich muss sagen, dass mich diese und ähnliche Argumentationen ärgern. Das greift zu kurz und hat den Zweck der europäischen Klimapolitik nicht verstanden.

Wo liegen die größten Hebel auf dem Weg zur nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft? Wie können wir das Ziel erreichen, ohne die Industrie mit auf den Weg zu nehmen? Wer möchte, dass wir 2050 (das Jahr in dem Europa klimaneutral sein will) auch noch in Wohlstand leben, muss verstehen, dass man Betriebe, die heute vielleicht „Emissionsschleudern“ sind, nicht einfach nur zusperren oder ins außereuropäische Ausland verdrängen kann.

Man muss Strategien und Wege aufzeigen, wie auch die Industrie ihren Beitrag leisten kann. Und natürlich gibt es die. Wer im Dashboard der Science Based Targets initiative (SBTi) nachschlägt, findet dort tausende Betriebe, die sich auf den Weg gemacht haben. Die für sich Ziele definiert und daraus Maßnahmen abgeleitet haben.

Vermutlich wird es dort auch „Greenwasher“ geben. Aber die werden sehr rasch von aufmerksamen Investoren, einer kritischen Öffentlichkeit oder SBTi selbst als solche identifiziert. Die haben dann die Wahl, sich ernsthaft mit ESG zu beschäftigen oder früher oder später zusperren zu müssen, weil „braune“ Industrie keine Zukunft hat, nicht mehr finanziert wird und aus den Lieferketten anderer Konzerne rausfliegt.

Es gilt folgendes zu verstehen: Industrie ist nicht der Feind der Nachhaltigkeit. Sie ist der größte Hebel zum Erreichen der gesteckten Ziele! Diese Geschichten müssen erzählt werden und wir tun das mit Leidenschaft und großer Hartnäckigkeit.

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FAQs
Warum ist die Industrie entscheidend für das Erreichen der Klimaziele?

Die Industrie verursacht einen erheblichen Anteil der globalen Emissionen. Genau deshalb liegt hier auch der größte Hebel: Durch technologische Innovation, Effizienzsteigerung und Dekarbonisierung können massive CO₂-Reduktionen erzielt werden.

Ist Nachhaltigkeit in der Industrie nicht oft nur Greenwashing?

Greenwashing gibt es – aber es wird zunehmend schwieriger. Transparente ESG-Berichtspflichten, Investorenanforderungen und Initiativen wie die Science Based Targets initiative (SBTi) sorgen für überprüfbare Ziele und klare Standards.

Kann Europa klimaneutral werden, ohne Industrie abzubauen?

Nein. Eine reine Verlagerung emissionsintensiver Produktion ins Ausland würde globale Emissionen nicht reduzieren. Entscheidend ist die Transformation der bestehenden Industrie – nicht ihre Verdrängung.

Welche Rolle spielen Investoren bei der industriellen Transformation?

Investoren lenken Kapital zunehmend in nachhaltige Geschäftsmodelle. Unternehmen ohne glaubwürdige ESG-Strategie riskieren Finanzierungsnachteile und den Ausschluss aus Lieferketten.

Warum braucht nachhaltige Industrie eine starke Kommunikation?

Transformation ist komplex und langfristig. Gute ESG-Kommunikation schafft Orientierung, Transparenz und Vertrauen – und macht sichtbar, welche Fortschritte tatsächlich erreicht werden.