5.3.2026
Betrachtet man die Ergebnisse aktueller Studien zum Thema interne Kommunikation – wie „State of the Global Workplace“ von Gallup oder die Employee Communication Impact Study von Staffbase und YouGov – erkennt man einen ganz zentralen Widerspruch:
Interne Kommunikation hat einen großen Einfluss auf Engagement der Mitarbeiter*innen, auf die Akzeptanz von Veränderungen und auf Produktivität und Unternehmenserfolg.
ABER
Interne Kommunikation erreicht nur einen kleinen Teil der Belegschaft! Entweder tatsächlich physisch oder inhaltlich.
Die Kluft zwischen potenziell hoher Wirkung und der geringen Reichweit ist eklatant. Das ist kein Kommunikations-, sondern ein Strukturproblem. Viele Unternehmen kommunizieren so, wie Organisationen früher funktioniert haben: zentral, top-down, kanalorientiert. Mitarbeitende arbeiten heute aber mobil, verteilt, in Projekten und mit sehr begrenzter Aufmerksamkeit. Manche sitzen am Schreibtisch, andere verbringen ihren Tag auf der Baustelle.
Wenn man daraus einen konkreten Auftrag ableitet, ergeben sich einige sehr klare Handlungsfelder:
1. Kommunikation muss dort stattfinden, wo Arbeit passiert
Viele Unternehmen kommunizieren über Kanäle, die Mitarbeitende aktiv aufsuchen müssen: Intranet, Newsletter oder interne Plattformen. Die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter*innen liegt allerdings in Arbeitswerkzeugen, nicht im Intranet. Information muss daher in den Arbeitsfluss integriert werden, nicht daneben existieren.
2. Führungskräfte sind der wichtigste Kommunikationskanal
Der direkte Vorgesetzte ist der glaubwürdigste Informationskanal. Viele Organisationen sehen interne Kommunikation allerdings als Corporate Communication, wirksamer wäre Leadership Communication. Es wäre daher wichtig, die Führungskräfte als Kanal der internen Kommunikation einzusetzen.
3. Relevanz herstellen
Viele interne Kommunikationsformate sind zu lang und zu abstrakt. Mitarbeiter*innen möchten v. a. drei Dinge wissen:
- Was bedeutet das für mich?
- Was muss ich jetzt tun?
- Warum ist das wichtig?
Daher sollte mit kurzen Updates, klaren Botschaften, visuellen Formaten und maximal zwei bis drei Kernpunkten gearbeitet werden. Außerdem muss zielgruppenspezifisch kommuniziert werden. Je nach Relevanz sind unterschiedliche Bereiche, Abteilungen, Gruppen von Mitarbeiter*innen unterschiedlich anzusprechen – je nach jeweiliger Betroffenheit.
Ganz wichtig: Die größte Kommunikationslücke besteht bei Non-Desk-Workern! Diese müssen definitiv ihren Bedürfnissen und Arbeitsroutinen entsprechend angesprochen werden.
4. Dialogfähigkeit herstellen
Ein alter Hut, aber immer noch selten implementiert: Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Interne Kommunikation muss Formate bereitstellen, die es den Mitarbeiter*innen ermöglicht, Feedback zu geben.
Wichtig: Das muss dann auch gehört und ernstgenommen werden. Ansonsten entsteht Frustration und Kommunikationsverweigerung!
5. Interne Kommunikation muss strategischer werden
In vielen Organisationen wird interne Kommunikation noch als Informationsweitergabe verstanden. Wirksame interne Kommunikation hat aber drei Funktionen: Orientierung geben, Entscheidungen erklären und Veränderung begleiten.
Deshalb wird sie zunehmend Teil von Transformationsprogrammen, Kulturentwicklung oder Strategieumsetzung.
Ein Tipp zum Schluss:
Unternehmen investieren häufig viel Geld in externe Kommunikation und Marketing, aber vergleichsweise wenig in interne Kommunikation. Dabei gilt empirisch, dass die Wirkung interner Kommunikation auf Produktivität oft größer ist als die Wirkung externer Kommunikation auf Umsatz. Wenn Mitarbeiter*innen Strategie, Ziele und Prioritäten nicht verstehen, können diese auch nicht optimal umgesetzt werden.
Interne Kommunikation ist kein lästiges Übel, sondern ein Management- und Transformationsinstrument.
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FAQs
In vielen Unternehmen erfolgt interne Kommunikation über Kanäle wie Intranet oder Newsletter, die Mitarbeitende aktiv aufsuchen müssen. Da Arbeit heute häufig mobil, projektbasiert oder außerhalb eines klassischen Büroarbeitsplatzes stattfindet, erreichen diese Kanäle viele Beschäftigte nicht mehr ausreichend.
Studien zeigen, dass gut funktionierende interne Kommunikation Orientierung gibt, Entscheidungen erklärt und Veränderungen nachvollziehbar macht. Dadurch steigt das Vertrauen in das Unternehmen, die Motivation der Mitarbeitenden und letztlich auch die Produktivität.
Direkte Vorgesetzte sind für viele Mitarbeitende die glaubwürdigste Informationsquelle. Deshalb wird interne Kommunikation besonders wirksam, wenn Führungskräfte aktiv als Kommunikationskanal eingebunden werden und wichtige Inhalte im Team erklären.
Mitarbeitende ohne festen Bildschirmarbeitsplatz – etwa in Produktion, Logistik oder auf Baustellen – haben oft keinen regelmäßigen Zugang zu klassischen Kommunikationskanälen wie Intranet oder E-Mail. Deshalb müssen Unternehmen alternative Formate nutzen, die besser in deren Arbeitsalltag integriert sind.
Interne Kommunikation ist mehr als reine Informationsweitergabe. Sie unterstützt Unternehmen dabei, Strategie zu erklären, Veränderungen zu begleiten und Orientierung zu geben. Deshalb wird sie zunehmend als wichtiges Instrument der Transformation und Kulturentwicklung verstanden.